FREKE ANIMAL Welfare AWARD 2026

Mit dieser Auszeichnung würdigt FREKE ethical dogsledding einen Betrieb, der unsere Anforderungen an Hundewohl, Haltung und professionelles Kennelmanagement nicht nur erfüllt, sondern in mehreren Bereichen deutlich übertrifft.

Séjour Laponie ist der Gewinner des FREKE ANIMAL WELFARE AWARD 2026.

Bei unserer Bewertung geht es nicht allein darum, was Gäste während einer Tour sehen. Entscheidend ist das gesamte Leben der Hunde: Aufzucht, Haltung, Training, Regeneration, medizinische Betreuung, Zuchtmanagement, Beschäftigung außerhalb der Wintersaison und die Frage, wie viel Wissen, Zeit und Aufmerksamkeit tatsächlich in jedes einzelne Tier investiert werden.

Gerade in diesen Bereichen hat Séjour Laponie außergewöhnlich überzeugt.

In Älgbäck im Tal des Örån haben Aurélie Delattre und Rémy Coste einen Betrieb aufgebaut, bei dem die Hunde nicht lediglich Teil eines touristischen Angebots sind. Vielmehr wird das touristische Angebot um das Leben mit den Hunden herum organisiert.

Kleine Gruppen, persönliche Betreuung und ein Alltag, der sich an Jahreszeit, Trainingszustand und Bedürfnissen der Hunde orientiert, prägen das Konzept.

Die Hunde werden dabei nicht nur als Arbeitstiere betrachtet, sondern als Individuen und Athleten.

Zwei Betreiber mit außergewöhnlichem Fachwissen

Ein wesentlicher Grund für die hohe Qualität des Kennels liegt in der Kombination der Kompetenzen von Aurélie und Rémy.

Aurélie Delattre – medizinische Betreuung auf außergewöhnlichem Niveau

Aurélie ist Tierärztin und verfügt zusätzlich über Fachwissen in Osteopathie und Chiropraktik. Sie war unter anderem Teil des Veterinärteams der La Grande Odyssée Savoie Mont-Blanc und verbindet heute ihre medizinische Ausbildung direkt mit der praktischen Arbeit im Kennel.

Für die Hunde bedeutet das, dass Gesundheitsmanagement nicht erst beginnt, wenn eine offensichtliche Verletzung vorliegt.

Gerade bei arbeitenden Schlittenhunden können kleine Veränderungen im Gangbild, Muskelverspannungen oder nachlassende Leistungsbereitschaft frühe Hinweise auf körperliche Probleme sein. Durch Aurélies veterinärmedizinischen Hintergrund können solche Veränderungen früh erkannt und direkt in Training, Regeneration und Behandlung einbezogen werden.

Für FREKE ist das ein außergewöhnlicher Vorteil: medizinische Prävention und sportliches Management greifen direkt ineinander.

Rémy Coste – Hundeführung statt bloßer Kontrolle

Rémy Coste bringt langjährige Erfahrung aus dem leistungsorientierten Mushing mit. Gemeinsam mit Aurélie verbrachte er mehrere Jahre in Alaska und sammelte dort umfangreiche Erfahrung im Distanzmushing.

Besonders überzeugt hat uns jedoch nicht allein seine Rennerfahrung, sondern seine Art, Hunde auszubilden und zu führen.

Rémy hat einmal gesagt, dass er viel über Hundetraining und Hundeführung von dem bekannten Musher Heini Winter gelernt und diese Ansätze konsequent weiterentwickelt hat.

Bei seinen Starts beim Stage Stop Race, Rondy und ONAC wurde sein Team als „Rémy and the Silent Dogs“ bekannt.

Während Hundeteams an Startlinien häufig stark bellen, springen und permanent in die Geschirre drücken, zeigte Rémy, dass hochmotivierte Schlittenhunde auch gesammelt und ruhig auf ihren Start warten können.

Das bedeutet nicht, Motivation zu unterdrücken. Die Hunde wissen vielmehr, was von ihnen erwartet wird, und können ihre Energie kontrolliert einsetzen.

Für FREKE ist das ein wichtiges Qualitätsmerkmal.

Gute Hundeführung zeigt sich nicht in Lautstärke oder Dominanz, sondern in klarer Kommunikation, konsequenter Ausbildung und Vertrauen.

Rémy investiert dafür viel Zeit, Energie und Fachwissen und bildet sich kontinuierlich weiter.

Verantwortungsvolle Zucht beginnt vor der Geburt

Auch das Zuchtmanagement von Séjour Laponie hat uns überzeugt.

Ein Wurf fällt lediglich ungefähr alle zwei bis drei Jahre. Gleichzeitig werden ausschließlich Sommerwürfe geplant.

Die trächtige Hündin zieht ungefähr ab der Hälfte der Trächtigkeit ins Haus. Die Welpen werden dort geboren und verbringen ihre ersten Lebenswochen im geschützten Innenbereich.

Ab etwa sechs Wochen beginnt schrittweise die Gewöhnung an draußen. Die vertraute Wurfbox wird dafür in den Welpenbereich gebracht. Die jungen Hunde erhalten mehr Platz zum Spielen und Erkunden, behalten aber zunächst ihren bekannten Rückzugsort.

Mit ungefähr zehn Wochen schlafen sie schließlich auch draußen.

Der Wechsel vom Haus in den Kennel erfolgt damit nicht abrupt, sondern Schritt für Schritt.

Sozialisation mit Menschen, Umwelt und erwachsenen Hunden

Die Welpen gehen regelmäßig spazieren, besuchen täglich den Dogyard und lernen erwachsene Hunde kennen.

Gerade dieser Kontakt ist wichtig. Junge Hunde lernen Sozialverhalten nicht ausschließlich vom Menschen, sondern in hohem Maß auch von souveränen erwachsenen Artgenossen.

Erst mit ungefähr einem Jahr erfolgt die dauerhafte Integration in den Dogyard.

Damit liegt zwischen Geburt und vollständiger Eingliederung in das Kennelleben ein langer Entwicklungsprozess, der den jungen Hunden Zeit gibt, körperlich und sozial zu reifen.

Überproduktion vermeiden

Verantwortungsvolle Zucht bedeutet für uns auch, dass nicht mehr Hunde entstehen, als langfristig benötigt und versorgt werden können.

Séjour Laponie betreibt deshalb aktives Reproduktionsmanagement.

Hunde werden gezielt kastriert beziehungsweise sterilisiert, wenn keine weitere Zucht mit ihnen vorgesehen ist. Intakte Tiere können eng beobachtet und während der Läufigkeit konsequent getrennt werden. Zusätzlich werden regelmäßig Hündinnen sterilisiert.

Zusammen mit der sehr niedrigen Wurffrequenz von nur einem Wurf etwa alle zwei bis drei Jahre wird so verhindert, dass der Kennelbestand unkontrolliert wächst.

Nicht erst für zu viele Hunde eine Lösung suchen – sondern verhindern, dass sie überhaupt entstehen.

Klar begrenztes Arbeitspensum und feste Regeneration

Die angebotenen Touren umfassen ungefähr 20 Kilometer am Vormittag beziehungsweise 30 Kilometer am Nachmittag und dauern maximal etwa zwei Stunden.

Die Hunde können dabei je nach Bedingungen in einem schnellen Tempo laufen und auch galoppieren.

Kilometer allein sagen jedoch wenig über tatsächliche Belastung aus. Schneequalität, Temperatur, Geschwindigkeit, Gewicht des Schlittens und Trainingszustand der Hunde spielen ebenso eine Rolle.

Besonders wichtig ist deshalb die Regeneration.

Die Hunde erhalten drei Ruhetage.

Ruhe wird hier nicht als verlorene Arbeitszeit verstanden, sondern als Bestandteil eines funktionierenden Trainingssystems.

Trailpflege als Teil des Hundewohls

Die Trails werden jeden Abend präpariert.

Dadurch stehen den Teams möglichst gute, ausreichend breite und kontrollierbare Wege zur Verfügung.

Das reduziert unnötige körperliche Belastung. Tiefer, ungleichmäßiger oder schlecht präparierter Schnee kann den Zugwiderstand erheblich erhöhen, den Bewegungsablauf verändern und das Verletzungsrisiko steigern.

Trailmanagement ist deshalb nicht nur Komfort für Gäste, sondern aktives Belastungsmanagement für die Hunde.

Auch außerhalb des Winters bleibt das Leben abwechslungsreich

Schlittenhunde sind nicht nur während der Tourismussaison aktiv.

Bei Séjour Laponie kommen die Hunde jeden Tag aus ihren Zwingern.. Je nach Jahreszeit gehören Fahrradtraining, Spaziergänge, Spiel im Freerun und weitere Aktivitäten zum Alltag.

Der nahegelegene Fluss bietet zusätzliche Möglichkeiten für Bewegung und Abkühlung. Auch Beschäftigungsmöglichkeiten wie KONGs werden eingesetzt.

Außerdem steht den Hunden ein Laufrad zur Verfügung, das zusätzliche selbstbestimmte Bewegung ermöglicht.

Damit entsteht kein extremes Wechselspiel zwischen intensiver Winterarbeit und monatelanger Beschäftigungslosigkeit.

Warum Séjour Laponie den Award verdient hat

Es gibt nicht die eine Maßnahme, die zur Auszeichnung geführt hat.

Entscheidend ist die Summe vieler konsequenter Entscheidungen.

Ein Wurf alle zwei bis drei Jahre statt kontinuierlicher Welpenproduktion. Bewusst geplante Sommerwürfe. Eine geschützte Geburt im Haus und ein schrittweiser Übergang der Welpen ins Kennelleben. Sozialisation mit Menschen, Umwelt und erwachsenen Hunden. Kontrolliertes Reproduktionsmanagement. Klar begrenzte Arbeitsstrecken und feste Ruhetage. Täglich gepflegte Trails. Beschäftigung auch außerhalb des Winters.

Hinzu kommen zwei Betreiber, die außergewöhnlich viel Wissen und persönliche Arbeit in ihren Kennel einbringen.

Rémy zeigt mit seiner ruhigen, konsequenten Hundeführung, dass Motivation und Kontrolle kein Widerspruch sind. Aurélie verbindet veterinärmedizinische Betreuung mit Osteopathie und Chiropraktik und schafft damit Voraussetzungen für eine besonders umfassende gesundheitliche Versorgung.

Gerade diese Verbindung aus Wissen, Erfahrung, Weiterbildung und konsequenter Umsetzung war ausschlaggebend für die Vergabe des FREKE ANIMAL Welfare AWARD 2026.

Wofür der FREKE Award steht

Mit dem FREKE Award for Excellence in Sled Dog Welfare zeichnen wir Betriebe aus, die unsere Anforderungen nicht nur erfüllen, sondern zeigen, was darüber hinaus möglich ist.

Dabei geht es nicht darum, einen einzelnen Kennel zum allgemeingültigen Modell zu erklären.

Betriebe unterscheiden sich in Größe, Standort, Ausrichtung und Möglichkeiten. Besonders gute Lösungen können jedoch als Orientierung dienen und andere dazu anregen, eigene Standards weiterzuentwickeln.

Séjour Laponie zeigt, dass professionelles Mushing, sportlicher Anspruch, qualitativ hochwertiger Tourismus und konsequentes Hundewohl miteinander vereinbar sind.

Der Award würdigt deshalb nicht nur das bereits erreichte Niveau, sondern vor allem die Haltung dahinter:

Wissen weiterentwickeln, Strukturen verbessern und niemals davon ausgehen, dass „gut genug“ das Ende der Entwicklung sein muss.





Denn eines der Hauptziele von FREKE ist es, dazu beizutragen, die Standards im Schlittenhundetourismus insgesamt anzuheben und besonders gute Praktiken sichtbar zu machen, damit sie langfristig zum Maßstab für die gesamte Branche werden können.

Gerade Betriebe wie Séjour Laponie können dabei eine wichtige Vorreiterrolle übernehmen. Sie sind bereit, etablierte Routinen zu hinterfragen, andere Wege zu gehen und auf Grundlage von Erfahrung, Fachwissen und den individuellen Bedürfnissen ihrer Hunde eigene Lösungen zu entwickeln. Damit zeigen sie nicht nur, dass höhere Standards in der Praxis umsetzbar sind, sondern können zugleich neue Impulse für die gesamte Branche setzen.

Genau solche Beispiele braucht es, wenn sich Schlittenhundetourismus weiterentwickeln soll: Betriebe, die nicht lediglich bestehende Anforderungen erfüllen, sondern durch ihre tägliche Praxis zeigen, wie der Standard von morgen aussehen kann.






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Responsible Puppy Rearing on Ethical Sled Dog Farms